
Was bedeutet es, getriggert zu werden?
Wahrscheinlich hast du das Wort „Trigger“ schon öfter gehört. Falls nicht, möchte ich es dir kurz erklären: Ein Trigger ist ein Auslöser. Im Außen passiert etwas – jemand sagt etwas, du siehst etwas oder erlebst eine bestimmte Situation – und das löst in deinem Inneren Gefühle aus. Diese Emotionen können wiederum den Impuls hervorrufen, etwas tun oder auf eine bestimmte Weise reagieren zu müssen.
Getriggert fühlst du dich zum Beispiel dann, wenn eine Situation in dir den Gedanken auslöst, nicht gut genug oder weniger wert zu sein.
Ein Beispiel aus dem Bereich Essstörung
Stell dir vor, eine Schulkameradin erzählt dir, dass sie fünfmal pro Woche Sport macht und sich nach bestimmten Regeln ernährt.
Wenn das in dir sofort das Gefühl auslöst, dass du genauso viel oder sogar noch mehr machen müsstest, kann dahinter ein Vergleich stehen. Vielleicht entsteht der Gedanke, nicht diszipliniert, sportlich oder gut genug zu sein.
Ein geringer Selbstwert kann dann dazu führen, dass du versuchst, dieses unangenehme Gefühl durch Leistung, Kontrolle oder Anstrengung auszugleichen. Du möchtest dir selbst beweisen, dass du mindestens genauso gut bist wie die andere Person.
Wenn du solche Situationen häufiger erlebst, kann es hilfreich sein, dir bewusst zu machen: Deinen Wert musst du dir nicht durch Arbeit, Leistung, Aussehen oder andere äußere Bedingungen verdienen.
Es geht vielmehr darum, wie du selbst über dich denkst, wie du dich wahrnimmst und wie du mit dir umgehst.
Vor allem darfst du nach und nach verinnerlichen, dass du bereits gut genug bist – unabhängig davon, was andere Menschen tun oder leisten.
Was Trigger über dich zeigen können
Wenn dich bestimmte Situationen immer wieder stark treffen, lohnt es sich, genauer hinzuschauen: Welche Gedanken entstehen in diesem Moment? Welche Gefühle tauchen auf? Und welche alten Überzeugungen über dich selbst werden dabei vielleicht berührt?
Solche Muster können unter anderem mit früheren Erfahrungen zusammenhängen – zum Beispiel damit, wie viel Bestätigung, Aufmerksamkeit oder Anerkennung du erfahren hast. Auch Ablehnung oder Abwertung können prägen, wie du dich selbst später wahrnimmst.
Trigger sind deshalb nicht nur unangenehm. Sie können dir auch Hinweise darauf geben, welche inneren Themen noch Aufmerksamkeit brauchen und wo du lernen darfst, verständnisvoller mit dir selbst umzugehen.
Bildquelle: Unsplash – Tim Mossholder